Ungarn - Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer

Allgemeiner Teil

Mein Praktikum bei der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer (DUIHK) in Budapest (Ungarn) ging von März bis Ende Juni. Ich habe mich für ein Praktikum bei dieser Institution in diesem Land entschieden, da Ungarn im Rahmen meiner Masterarbeit, die die Ausnahmeregelungen in den neuen Mitgliedstaaten thematisiert, sowie der politischen Haltung in der Flüchtlingskrise in mein Interessenfokus rückte. Die enge wirtschaftliche Verzahnung mit Deutschland und Österreich ebenso wie der recht junge Status als EU-Mitgliedstaat waren weitere Aspekte, die mich motiviert haben.

Vor dem Praktikum

Auf der Webseite der DUIHK findet sich leicht eine erste Kontaktadresse, die die Praktikumsanfragen koordiniert. Nach der Zusendung der Bewerbungsmaterialen ist zeitnah ein telefonisches Bewerbungsgespräch durchgeführt worden, in dem unter anderem die Interessenschwerpunkte sowie potentielle Aufgabenbereiche besprochen wurden. Die Flüge nach Budapest sind mit Ausnahme von München und Frankfurt relativ günstig. Von München aus ist Budapest aber auch bequem und schnell mit dem Zug zu erreichen, was ich des Öfteren genutzt habe. Meine Unterkunft habe ich über WG-Gesucht gefunden. Da viele deutsche Studenten in Budapest leben, bietet sich neben der Erasmus-Gruppe auf Facebook auch die Semmelweis bzw. Mediziner Gruppe an. Bedingt durch die relativ zentrale Lage meiner Unterkunft (Distrikt 6) musste ich monatlich 345 EUR bezahlen. Unter Berücksichtigung der Größe und Ausstattung der Wohnung war dies aber vollkommen in Ordnung.

Während des Praktikums

Die Lebenserhaltungskosten ähneln in Ungarn den deutschen Preisen. Milchprodukte sind tendenziell teurer als in Deutschland, ebenso Shampoo etc. Hinsichtlich der Supermärkte muss man sich nicht umstellen, da es Aldi, Lidl, Tesco und Spar gibt. Diese haben auch alle sonntags geöffnet. Die Ungarn sind ein sehr unternehmungsfreudiges Volk. Am Wochenende gibt es immer Konzerte, Ausstellungen oder ähnliches. Auch der Sport muss in Budapest nicht zu kurz kommen: Mit der Margareteninsel gibt es einen perfekten Platz (mitten auf der Donau), um nach der Arbeit beim Joggen, Yoga oder Krafttraining entspannen zu können. Ich war zudem noch in einem Fitnessstudio angemeldet, was hinsichtlich des Aufbaus eine interessante Erfahrung war. Ebenso wie viele Bars und Restaurants liegen diese meist im Keller. Ich würde jedem empfehlen in das Opernhaus zu gehen, da es sehr dem Wiener Opernhaus ähnelt, aber die Tickets wesentlich günstiger sind.

Fachlicher Teil

In der Regel werden die Praktikanten in ein offenes Büro gesetzt, das gleichzeitig als Durchgang zu den anderen Räumlichkeiten der DUIHK, wie den anderen Büros, dient. Da ich als Praktikantin der Marktberatungsabteilung der Projektleiterin für Messeorganisation zugeordnet war, hatte ich das Glück einen eigenen Arbeitsplatz im Büro meiner Betreuerin zu erhalten. Zu den zentralen Aufgaben im Rahmen eines Messeauftritts der DUIHK zählten neben der Akquirierung der Teilnehmer auch Planungs- und Organisationsaufgaben. Darüber hinaus unterstützte ich die Ausarbeitung einer Marktstudie, in dem ich Grafiken anlegte und Korrektur las. Zudem zählten auch die Adressrecherche, Geschäftspartnersuche und die Standortsuche als zentrale Dienstleistungspfeiler der DUIHK zu meinen Aufgaben. Unabhängig von der zugewiesenen Abteilung übernahmen vor allem die Praktikanten die Registrierung und ähnliches bei größeren Veranstaltungen.  

Fazit

Budapest ist eine wunderbare Stadt, um Auslandserfahrungen zu sammeln. Allerdings würde ich das Praktikum bei der DUIHK nur bedingt weiterempfehlen. Die zugewiesenen Aufgaben waren meist nicht anspruchsvoll genug (wie Korrekturlesen von Texten) und bis auf meine Betreuerin in der Messeorganisation fehlte es mir auch an einem konstruktiven Feedback. Darüber hinaus empfand ich das Arbeitsklima grundsätzlich nicht als angenehm. Hinzu kommt, dass es sich hierbei um ein unbezahltes Praktikum gehandelt hat. Zwar gab es Essensscheine im Wert von 15 Euro pro Monat sowie eine Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel, dennoch wäre hier eine Gleichstellung mit ungarischen Praktikanten, die entlohnt werden, wünschenswert. Positiv war, dass die Praktikanten an sämtlichen Veranstaltungen teilnehmen durften und somit zahlreiche Einblicke in die verschiedenen Arbeitswege der DUIHK erhalten konnte. Nichtsdestotrotz würde ich aus heutiger Sicht, eine andere Institution oder Unternehmen wählen, da für mich persönlich die Weiterentwicklung zu gering war.